Abmahnungen in der Schweiz

Lösungsansätze können hier besprochen werden.
Wie können derartig globale Abmahn-Wellen verhindert werden?

Re: Abmahnungen in der Schweiz

Beitragvon nitrogen am Mo 6. Aug 2012, 16:50

mein Termin beim Friedensrichter ist im September, wäre interessant wie viele solche Vorladungen erhalten haben ???
nitrogen
 
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Re: Abmahnungen in der Schweiz

Beitragvon Gast am Di 21. Aug 2012, 15:58

Die zivilrechtliche Verj√§hrungsfrist ist tats√§chlich 1 Jahr ab Kenntnisnahme. Jedoch wird sich der Anwalt auf die strafrechtlichen Normen des URG st√ľtzen. Die Verj√§hrung f√ľr strafrechtlich relevante Urheberrechtsverletzungen betr√§gt 7 Jahre. Dazu braucht es KEINE strafrechtliche Untersuchung, jedoch muss die Straftat gegeben sein. Dazu braucht es mindestens Eventualvorsatz.

Ich verstehe nicht, warum die √ľberhaupt vor dem Friedensrichter landen. Eigentlich m√ľssten die Kantone eine einzige Instanz vorsehen f√ľr die Behandlung von Klagen aus Urheberrecht (im Kanton Z√ľrich ist es das Handelsgericht). Bei solchen Klagen ist der Friedensrichtertermin eigentlich ausgeschlossen.
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Re: Abmahnungen in der Schweiz

Beitragvon Gast am Fr 31. Aug 2012, 19:26

Gem. dem Gutachten sind strafrechtliche Handlungen nach Schweizer Recht im Zusammenhang mit der Verletzung von Urheberrechten, insbesondere die unerlaubte Herstellung sowie der unerlaubte Vertrieb eines urheberrechtlich gesch√ľtzten Werkes.

Das d√ľrfte bei 99% der Betroffenen nicht der Fall sein.

Das Problem ist weiterhin : Ist das Werk √ľberhaupt urheberrechtlich in der Schweiz gesch√ľtzt (siehe Urteile Meili und Bob Marley). In den USA hat GI die Fotos fast nie registriert und wen dann auch nicht gesetzeskonform.

Warum vor dem Friedensrichter: Ich vermute, dass die Kanzlei einen Kunstgriff macht: Sie fragt offiziell nach der Nutzungsdauer (siehe Anschreiben), Betroffener antwortet und gibt Nutzungsdauer bekannt, Kanzlei stellt Nutzung in Rechnung, Betroffener zahlt nicht, Betreibung, dann Friedensrichter.

Wie auch immer, GI sucht das einfache und schnelle Geld.
Gast
 

Re: Abmahnungen in der Schweiz

Beitragvon Gast am Di 9. Okt 2012, 13:56

gibt es da irgendwelche news?
wie war es vor dem friedensrichter.. oder darf man da nichts sagen? wohl kaum oder? :shock:
Gast
 

Re: Abmahnungen in der Schweiz

Beitragvon Gast am Di 16. Okt 2012, 18:02

Ich w√ľrde auch gerne wissen wie da der Stand ist. Lassen sich die Friedensrichter auf diese Gaunerei ein?
Gast
 


Re: Abmahnungen in der Schweiz

Beitragvon Gast am Di 23. Okt 2012, 19:40

Der Friedensrichter ist freundlich und setzt sich f√ľr einen Vergleich ein.
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Re: Abmahnungen in der Schweiz

Beitragvon abmahnix am Di 23. Okt 2012, 21:01

Darin liegt die Funktion des Friedensrichters ‚Ķ¬†hingegen d√ľrfte er von Urheberrecht wenig bis gar nichts verstehen.
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Re: Abmahnungen in der Schweiz

Beitragvon Gast am Do 25. Okt 2012, 10:12

Und es ist bestimmt nicht gepr√ľft worden, ob GI wirklich die Rechte hat. In den meisten F√§llen hat GI nicht die exklusiven Rechte und behauptet es nur. Der Friedensrichter hat auch gar nicht die M√∂glichkeit es zu √ľberpr√ľfen. In einem Fall in den USA (Dez 2011) ging es √ľber 30 Bilder. Der Angeklagte ist nicht vor Gericht erschienen und GI hat den Fall gewonnen by Default aber keinen Cent Entsch√§digung bekommen, da GI zum Teil die exklusiven Lizenzen nicht nachweisen konnte.

Deshalb auch der Umweg √ľber den Friedensrichter und die Frage nach der Nutzungsdauer. GI und die RA versuchen genau dieser Situation aus dem Weg zu gehen, da GI miserabel organisiert ist. Deshalb ist es so wichtig, das GI immer vorher (bevor man selber Infos gibt) einem nachweist, dass GI im Besitz der Rechte ist. Behaupten kann das jeder :)
Gast
 

Re: Abmahnungen in der Schweiz

Beitragvon Gast am Fr 9. Nov 2012, 15:57

Wenn man nicht reagiert, also nichts zugibt, dann werden die RA von G kaum klagen. Die k√∂nnen in der Regel nicht nachweisen, dass sie die Exklusivrechte haben bzw. zum aktuellen Zeitpunkt hatten. Und das m√ľssten sie, wenn sie mit Erfolg klagen wollten. Fakt ist: In D, A und CH liegen die Abmahnungen und das Verlangen nach Kohle im vierstelligen Bereich. Erfolgreiche Klagen jedoch kann man an einer Hand abz√§hlen.

Wenn man explizit verlangt, dass G die Exklusivrechte nachweist und wenn man gar nichts vorher zugibt, dann haben die Herren sehr schlechte Karten. Und deshalb findet man im I-Net so wenig √ľber erfolgreiche Klagen der G-Anw√§lte und so viel √ľber Abmahnungen mit total √ľberrissenen Preisen.

Deshalb:
1. Nicht zum Anwalt rennen, das kostet, es sei denn, man hat eine Rechtsschutzversicherung die das bezahlt.
2. Nichts, aber auch gar nichts zugeben. Entweder auf toter Mann machen oder sich kooperativ zeigen mit Verlangen nach Beweisen.

(Gerne helfen wir Ihnen hier weiter. Bitte beweisen Sie uns vorg√§ngig, dass Sie bzw. Ihre Mandantschaft die Exklusivrechte besitzt und teilen Sie uns die Anschriften der Fotografen mit, damit wir das auch nachpr√ľfen k√∂nnen.)
Die Antwort wird pampig und bedrohend ausfallen aber Beweise können sie nicht liefern, wollen sie nicht liefern und werden sie nicht liefern. Stattdessen kommt dann der Vorschlag auf aussergerichtliche Einigung bzw. die Einladung zum Friedensrichter.

3. Auf keinen Fall auf einen aussergerichtlichen Vergleich, auch nicht via Friedensrichter der hierf√ľr gar nicht zust√§ndig ist, einlassen. Denn das ist das Gesch√§ftsmodell bei G. und deren Anw√§lten:

Drohen, drohen und nochmal drohen. Dann aussergerichtlicher Vergleich. Und schon poltert die Kohle rein. 8'000 x 800 ‚ā¨ oder 500 x 1000 SFr. sind doch auch Geld. Gelle. Und wenn man davon beispielsweise 40% als Erfolgshonorar einstreichen kann, ist das gar nicht so schlecht. Gelle. :mrgreen: :idea: :D
Gast
 

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