Abmahnkanzlei in Ă–sterreich / Wien

Hier können Benutzer (anonym) über Ihre Erfahrung mit Getty Images und die konkrete Abmahnung berichten.

Abmahnkanzlei in Ă–sterreich / Wien

Beitragvon q2956 am Mi 6. Apr 2011, 17:57

Hello an alle „Beschuldigten“,

„bei uns in Österreich gilt die Unschuldsvermutung“ (Kleiner Seitenhieb auf die Medienberichtserstattung über unsere Politiker und deren Gerichtsverfahren)

Neues tut sich in Ă–sterreich. Die Kanzlei Hasberger_Seiz & Partner (http://www.hsp-law.at) stellt Forderungen in Auftrag von Getty Images in Ă–sterreich aus.

Die Kanzlei gibt der allerersten Getty Forderung ein Schreiben bei, in welchem Sie sich vorstellen und Getty Images als Mandant anführen. Des Weiteren wird in dem Schreiben auf die Urheberrechtsverletzung hingewiesen und die Ansprüche sind binnen 14 Tagen zu begleichen. Falls die Zahlung nicht erfolgt, dann möchten die Herrschaften vor Gericht gehen, zumindest wird es angedroht.

Ach ja, die Kanzlei verlangt zusätzlich 60 € zzgl. UST für den netten Brief (Sogar auf Briepapier und mit der Hand gezeichnet).

Lg q


UPDATE: Eine Sache ist mir noch aufgefallen.... Getty hat mal bei mir dann ein "billigeres" Angebot mit 25% Rabatt gemacht. Das hat der Abmahnanwalt natĂĽrlich nicht mitbekommen. Ich gehe davon aus, dass die andere Kommunikation mit GI auch nicht angekommen sein wird.

Lg q
Zuletzt geändert von q2956 am Do 7. Apr 2011, 21:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Abmahnkanzlei in Ă–sterreich / Wien

Beitragvon at2011 am Mi 6. Apr 2011, 22:29

Mich würde interessieren, wie ihr auf die das - sichtlich als Massen-Mail versandte Schreiben von Hasberger Seitz & Partner reagiert? Kurzes E-mail mit Zurückweisung der m.M.n. wucherisch überhöhten Ansprüche oder gar nicht? Gibt es viele österreichische Opfer der Getty Kampagne, die von Hasberger belangt werden? Gibt es einen österreichischen Anwalt, der Interesse hat, günstig für mehrere österreichischen Opfer dieser Kampagne einzutreten und bei der Abwehrstrategie zu helfen? Wo würde der Gerichtsstand einer eventuellen Klage sein?
at2011
 

Re: Abmahnkanzlei in Ă–sterreich / Wien

Beitragvon q2956 am Do 7. Apr 2011, 02:35

Naja.... das ist so eine Sache....

Ich gehe davon aus, dass die Kanzlei gegeben Falls die Klage in Wien einbringen wĂĽrde.... Sie haben auch das BĂĽro in Wien im 1. Bezirk... Bei Firmen ist es glaube ich der Gerichtsstand aus den AGBs des Beklagten. Bei Privatpersonen bin ich mir nicht sicher.

Anwaltsseitg ist in Wien die Situation nicht so gut... Ich habe bereits mit einigen gesprochen, die Wissen jedoch noch nicht wirklich etwas über die gesamte Problematik. Es gibt die "Kämpfer", welche meinen, dass Sie vor Gericht gehen und dann gibt es die anderen, welche meinen, dass ein Vergleich besser ist. Erfahrungen hat jedoch damit noch kaum einer.

Ich bin der Meinung, dass Getty in Österreich etwas schlechtere Karten in der Hand hält, da es recht schnell einen Aufschrei geben würde, wenn viele Leute davon betroffen sind. Die WKÖ und die Arbeiterkammer raten auch zu einem Vergleich. Zumindest wissen Sie etwas von der Situation.

Was man tun sollte: Das muss letzten Endes jeder für sich selbst entscheiden. Ich glaube jedoch, dass ein Schreiben oder ein Fax mit einem Statement, ggf. Unterlassungserklärung ein guter Anfang wäre. Ich persönlich werde nicht zahlen...

bei mir handelt es sich um ein Bild und ich gehe lieber vor Gericht..... falls es soweit kommt. (In Ă–sterreich sind mir noch keine Klagen bekannt.)

Mal sehen, was dabei rauskommt....
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Re: Abmahnkanzlei in Ă–sterreich / Wien

Beitragvon at2011 am Do 7. Apr 2011, 09:49

Hallo,

obwohl es natürlich auf den Einzelfall ankommt und ich keine einschlägige Erfahrung habe, kann ich mir nicht vorstellen, dass Getty mit ihren - wahrscheinlich durchwegs - überzogenen Forderungen von einem österreichischen Gericht Recht bekommen wird. Ich werde daher auch eher gelassen bleiben - obgleich geärgert... Wenn es sich zuspitzt finde ich den Einbezug der Arbeiterkammer bzw. Wirtschaftskammer gut (WK verweist sogar auf dieses Forum), damit man vielleicht doch nicht alleine streiten muss. Ich habe zumindest die Hoffnung, dass die amerikanische Litigations-Kultur und ein Geschäftsmodell, dass auf Einschüchterung und überzogenen Forderungen beruht - sich bei uns nicht durchsetzen wird.

Wenn Getty die Situation gerichtlich verfolgen lässt, würde mich auch stark interessieren, was das Finanzamt Englands dazu sagt, dass eine Londoner Firma (Rechnungskopf: 116 Bayham Street, London), irische Umsatzsteuer verlangt...

Verwenden wir diesen "Thread", um uns ĂĽber die weitere Entwicklung am Laufenden zu halten.
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Re: Abmahnkanzlei in Ă–sterreich / Wien

Beitragvon Gast am Do 7. Apr 2011, 18:49

Es ist vorstellbar, daß in Österreich die Uhren anders ticken, das Land ich klein und so erhält ein Bürger mehr Aufmerksamkeit, auch von den Zeitungen und ORF.
Gast
 

Re: Abmahnkanzlei in Ă–sterreich / Wien

Beitragvon q2956 am Do 7. Apr 2011, 19:40

Also von meiner langjährigen Erfahrung mit den jeweiligen Institutionen sehe ich die Sache so:

Finanz: Die sind nur bei Betrug und Hinterziehung wirklich aktiv. (Da stehen die Chancen gut, falls die Rechnung / Kostenaufstellung nicht rechtens ist.)
Wirtschaftskammer: Die sind sehr konservativ und raten eher zur Zahlung bzw. zum Handeln.
Anwaltskammer: Die sind auch konservativ, aber sehen sich in der Regel Beschwerden für „Erfüllungsgehilfen“ detailliert an.

Gegebenfalls Justizministerium: Gegebenfalls die Ministerien kontaktieren.

VerbraucherschĂĽtzer und Medien:
Arbeiterkammer: ist nicht so sonderlich aggressiv unterwegs, die raten zu Vergleichen
Konsumentenschutz: die sind nur an medial Prestige trächtigen Fällen Interessiert.
Printmedien wie Presse, Standard: Die haben die Thematik bereits öfter Recherchiert und einige Male berichtet… Da ist es auch sinnvoll dieses Thema wiedermal zu deponieren.
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Re: Abmahnkanzlei in Ă–sterreich / Wien

Beitragvon q2956 am Do 21. Apr 2011, 00:37

und schon wieder ist etwas neues passiert.....

heute hat mich ein Mitarbeiter der Wiener Kanzlei http://www.hsp-law.at angerufen. Es war kein Anwalt selbst, sondern ein junger Bursch, ca. 20 bis 25 Jahre alt, vermutlich Sekretariat oder irgendein Sachbearbeiter. Er wollte wissen, weshalb ich die geforderte Summe nicht bezahle. Als ich meinte, dass ich die Forderung als nicht berechtigt sehe hat er geschickt versucht mich in die Enge zu treiben…. Es ging sogar soweit, dass er versucht hat, mir die Beweislast umzubinden, dass ich nachweisen muss, dass ich das beanstandete Bildmaterial rechtens erworben habe und dass ich nachweisen muss, welchen Schriftverkehr ich bereits mit Getty selbst geführt habe.

(Er hatte nichts anderes gehabt, als wie das Standardschreiben von Getty, meine Daten und die Forderung.)

Nach dem ich mich weiterte die Summe zu zahlen hat er richtig gedroht, dass sie klagen werden und dass es echt teuer wird….

Ich bin schon gespannt was als nächstes passiert. Fehlt noch, dass die einem sicherheitshalber schon mal die Hand abhacken, es könnte ja sein, dass man mal ein Bild klaut… Schöne neue Welt.

Lg q
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Re: Abmahnkanzlei in Ă–sterreich / Wien

Beitragvon Ich am Do 5. Mai 2011, 19:38

Hallo!

Ich hatte letztes Jahr kontakt mit Getty Images, mein Anwalt hatte ein Schreiben verfasst. Es kam lange nichts zurĂĽck.
Gestern kam dann wieder ein Schreiben, mit der Aufforderung € 907.50 zu bezahlen.

Da werde ich mal abwarten was passiert und bei der WKO die Causa deponieren.

LG Wolf
Ich
 

Re: Abmahnkanzlei in Ă–sterreich / Wien

Beitragvon tomĂĽberall am Mo 9. Mai 2011, 21:02

habe vor kurzem wieder eine mail von getty bekommen ... diesmal mit österreich-bezug.

vorgeschichte:
- ich bin österreicher, selbstständig
- ich habe für eine werbeagentur was gestaltet (illustration, selbst erstellt), die werbeagentur hat meine arbeit und ein foto von getty miteinander kombiniert, und für einen kunden verwendet – ich habe diese arbeit der agentur in meinem portfolio klein abgebildet gezeigt (ob das jetzt rechtmäßiges Zitieren ist - ich zeige meine arbeit im kontext des endergebnisses?)
- getty irland/london/werauchimmer wollte dafĂĽr einen weit ĂĽberzogenen betrag X
- ich habe ein realistisches gegenangebot gemacht, auf das sie nicht eingegangen sind
- lange zeit ruhe (mehr als ein jahr)


nun eine e-mail, ich möge phansiebetrag Y (geringer als X) überweisen, sonst übergabe an deren anwälte in österreich.

selbst wenn ich mich im recht sehe, und zumindest deren forderung für weit überzogen halte – die beabsichtigte wirkung hat das mail wieder mal kurzfristig erreicht ... ich reg mich auf und überlege, ob's nicht besser wäre das geld (tut weh, würde mich aber nicht in nöte bringen) zu überweisen und ruhe zu haben, auch wenn ich weiß, damit genau das zu unterstützen worauf sie spekulieren. ich werde trotzdem mal die wko kontaktieren, ob ihnen weitere fälle bekannt sind und was sie raten ...
tomĂĽberall
 

Re: Abmahnkanzlei in Ă–sterreich / Wien

Beitragvon tomĂĽberall am Mo 9. Mai 2011, 21:05

auf jeden fall werde ich abwarten, ob das ganze auch schriftlich kommt ... einer email kann ich eigentlich nicht trauen – weder das mail noch das pdf im anhang ist in irgendeiner weise signiert.
tomĂĽberall
 

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