Wer hat den schon eine Klage vom Gericht erhalten?

Hier können Benutzer (anonym) über Ihre Erfahrung mit Getty Images und die konkrete Abmahnung berichten.

Re: Wer hat den schon eine Klage vom Gericht erhalten!

Beitragvon Gast am Do 24. Sep 2009, 06:38

Gast hat geschrieben:Meiner Meinung nach stimmt das nicht !

Bei einem Streitwert von 10000€ kostet dich das Bild 5000€ hast nur scherereien am Hals bist zur Gerichtsverhandlung. Meiner Meinung nach ist verhandeln besser als auf konfrontation zu gehen. Aber das muss jeder selber entscheiden. Beim verhandeln kommt man meiner Meinung nach besser weg. Den Wucherparagraph kannst du hier auf gar keinen Fall anwenden. Es gibt dazu Rechtsprechungen die man nachlesen kann.

Ich stelle mir gerade vor... Ach ich nimm das Auto vom Nachbarn ohne zu Fragen. Der soll mir erstmal beweisen ob er wirklich das Recht hat das Auto zu besitzen. Ich gebe dazu einfach eine Erklärung ab und bezweifle das ... und schwups brauche ich nichts zu bezahlen.

Wer sich gedanklich das durchspielt ... der kann ja erahnen das man da vor Gericht nicht weit kommt. Ich denke mir das so... Jetzt kommt der Nachbar und verlangt wegen Ausfall 1000€ fĂĽr die Benutzung des Autos. Das Gericht wird jetzt erstmal sich auseinadersetzen ob 1000€ nicht zu hoch sind und setzt womöglich den wert auf 500€.

Hier kann man ansetzen aber nicht wo anders. An die, die die Meinung haben - das Internet ist ein Rechtsfreier Raum. das ist seit der IT Daten Vorattsspeicherung zuende ! Man muss jetzt Haften, fĂĽr das was man da anstellt.


Da bist Du aber völlig auf dem Holzweg !

Zum einen ist der Nachbar Eigentümer des Autos - GI in der Regel aber nicht Eigentümer der Bilder, sondern eine Stelle die aufgrund vertraglicher Absprache mit einem Dritten ( Fotograf ) dessen Rechte warnimmt. Daraus ergibt sich, dass GI nachweisen muss, dass eine entsprechende vertragliche Absprache mit dem Fotografen überhaupt existiert und welchen Umfang die hat ( daher sollte man darauf Bestehen sich diese von GI vorlegen zu lassen und sich vorbehaltlich diesen Nachweises gerne zu einer angemessenen Zahlung bereit erklären ). Sollte GI behaupten der Eigentümer des jeweiligen Bildes sein, dann sollte es auch insoweit kein Problem sein dies nachzuweisen. Dies betrifft auch den Nachbarn, denn wenn ihm das Auto gar nicht gehört, er es ggf. seinerseits gestohlen hat, dann hat er natürlich auch keinen Anspruch auf irgendeine Nutzungsentschädigung. Dies wird vom Gericht im übrigen auf entsprechenden Vortrag hin geprüft !

Wenn man dem Nachbarn mitteilt: "ok. hab ich vielleicht was falsch gemacht und ich bin gerne bereit fĂĽr die Nutzung zu zahlen, habe aber Zweifel, ob du Nachbar ĂĽberhaupt der EigentĂĽmer des Fahrzeuges bist, so dass du mir deine EigentĂĽmerstellung bitte mal bis zum - Frist 4 Wochen - nachweist", dann fallen dem Nachbarn, wenn er den Nachweis seiner EigentĂĽmerstellung erst vor Gericht erbringt, die gesamten Prozesskosten zur Last.

Dies ergibt sich wie gesagt aus § 93 ZPO, da ich als Beklagter durch mein Verhalten ja nicht Anlass zur Klageerhebung gegeben habe ( ich war ja dem Grunde nach bereit zu zahlen, wenn der Nachbar nachweist Eigentümer zu sein ).

Was den Wucherparagrafen anbelangt, ist der immer dann einschlägig, wenn Leistung und Gegenleistung in einem krassen Missverhältnis stehen - das steht in jedem Kommentar. Ein Blick in den Palandt § 138 Rn 34d neuester Auflage lässt denn auch keine Zweifel mehr offen:

Bilder im tatsächlichen Wert von 1.500 Euro werden zu 50.000 Euro verkauft ( Brem MDR 04, 738 )
GmbH - Anteil zum Preis von 220% ĂĽber Wert verkauft ( MĂĽ BB 95, 2235 )
usw.

Wenn so ein Foto bei GI daher einen Wert von 2,50 USD hat, weil GI soviel an den jeweiligen Fotografen bezahlt - vgl. den Rechtstreit amerikanischer Fotografen gegen GI - dann stehen 1.000 Euro oder 500 Euro pro Bild die GI verlangt eben in keinem vernünftigen Verhältnis mehr !

Darauf muss man aber - sollte es je zu einem Prozess in Deutschland durch GI in dieser Sache kommen - die Gerichte hinweisen, da die nicht wissen können was so ein Bild wirklich wert ist.
Gast
 

Re: Wer hat den schon eine Klage vom Gericht erhalten!

Beitragvon Gast am Do 24. Sep 2009, 06:46

P.S.: Und wenn das Bild wirklich nur 2,50 USD wert ist und das Gericht sagen wir mal GI auch eine gewisse Gewinnmarge zubilligt ( d.h. Aufschalg auf den einkaufspreis beim Fotografen ), dann ist das Bild vielleicht 10 Euro wert. Kommt der fiktive 100% Aufschlag der Rechtsprechung - Lizenzanalogie - wegen unberechtigter Nutzung hinzu, sind wir bei 20 Euro.

Dafür aber geht kein Rechtsanwalt und keine der beauftragten Kanzleien vor Gericht, weil sich daran nichts verdienen lässt.

Die Sache geht für die Kanzleien nur auf, wenn der Streitwert hoch ist - was nur aufgrund der absurden Preise für ein Bild möglich ist.
Gast
 

Re: Wer hat den schon eine Klage vom Gericht erhalten!

Beitragvon minumi am Di 29. Sep 2009, 22:06

hier unsere geschichte:


anfang 2007 rechnung von g.i. - daraufhin mit g.i. verhandelt bis wir auf 1200 euro fĂĽr zwei mini bilder fĂĽr 6 monate benutzung waren.
wir haben nicht bezahlt. darauf hin kam die abmahnung von den besagten anwälten. wir haben dann einen anwalt eingeschaltet welcher nach modifizierter unterlassungserklärung verhandeln tut. bis jetzt sind wir noch nichts bezahlt und schon seit ca. 7 monaten garnichts mehr gehört!!

was meint ihr? kommt da überhaupt noch etwas - wie lange habt ihr schon nichts mehr von den anwälten gehört ?? bzw. wie lange seit ihr schon mit der sache dran ?
minumi
 

Re: Wer hat den schon eine Klage vom Gericht erhalten!

Beitragvon Gast am Mi 30. Sep 2009, 07:22

Das wird wohl ewig dauern ! Denn wenn dein anwalt von GI Nachweise verlangt, dass die Rechte am bild haben, kann er ewig warten . . . GI wird solche Nachweise nicht vorlegen können/wollen - aus den hier vielfach beschriebenen Gründen - weil die Fotos eben keine 1000 Euro sondern allenfalls 2,50 USD wert sind.
Gast
 

Re: Wer hat den schon eine Klage vom Gericht erhalten!

Beitragvon Deelay am Mi 30. Sep 2009, 11:38

da muss ich dich leider enttäuschen ... mein Anwalt hat mir auch dazu geraten, einen Nachweis zum Besitz der Vermarktungs- und Vertretungsrechte einzufordern ...

Gute 3 Wochen später hatte ich ein entsprechendes Schreiben im Briefkasten, in dem zum einen Lizenznummern, Kopien der Bilder, Nennung des Fotografen und Vertragsnummern zu den einzelnen "Vertretungsaufträgen" vom Fotografen an Getty. Und das für alle Bilder, die ich "unrechtmäßig" verwendet habe. Eigentlich klar ... man kann im Grunde eigentlich davon ausgehen, dass Getty die Lizenzen auf jeden Fall besitzt.

Die "elektronische SpĂĽrnase" von Getty wird schlieĂźlich ausschlieĂźlich mit Material gefĂĽttert, fĂĽr das Getty die Lizenzen besitzt. Nach aufspĂĽren eines VerstoĂźes meldet "SpĂĽrnase" an Mensch ... "prĂĽf mal" ... Mensch prĂĽft und kontrolliert VerstoĂź.

Kurz ... Rechte liegen definitiv bei Getty - ich kann mir auch nicht erklären, warum hier immer die Rede davon ist, dass Getty die Vermarktungsrechte nicht besitzen würde. Ob Getty diese NACHTRÄ??GLICH erworben hat, oder bislang freies Material lizenziert hat ist dabei unerheblich ....

Aber am Besten immer den Nachweis anfordern ... es verzögert den Ablauf erheblich, da mehr Arbeit bei den Waldörffern hängen bleibt. Außerdem sollen sie für ihre maßlos überhöhten Kosten auch was zu tun haben. :lol:

Was die Vergleichsrechnung (1000 Euro zu 2,50 USD ) betrifft hae ich mir gerade einmal die Arbeit gemacht und musste schockiert feststellen, dass Getty NICHT zu hoch berechnet ... siehe viewtopic.php?f=2&t=161#p855

Ich denke, diese Vorstellung mĂĽssen wir damit endgĂĽltig streichen.
Jegliche meiner Äußerungen und Beiträge in diesem Forum spiegeln lediglich meine eigene Meinung wieder und sollen nicht zur Diskriminierung oder Schlechtsprechung von Dritten z.B. Getty Images dienen (siehe auch Art. 5, Abs.1 Grundgesetz).
Deelay
 
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Re: Wer hat den schon eine Klage vom Gericht erhalten!

Beitragvon Mike am Mi 30. Sep 2009, 13:43

Berechnung:
Deine Berechnung beruht darauf, dass du eine Exklusive-Lizenz an diesem Bild erwirbst, dies ist jedoch die Ausnahme, toll wenn Getty alle ihre Bilder exklusiv verkaufen könnten ... dem ist aber nicht so ... du musst "nicht exklusiv" wählen und "Commercial-Use in Web and Mobile", dann kommst du auf 15 $ für 3 Monate. Dies entspricht auch der Verwendung für 99 % der Abgemahnten ... im Web und nicht exklusiv. Punkt.
Mike
 

Re: Wer hat den schon eine Klage vom Gericht erhalten!

Beitragvon vonseydewitz am Di 13. Okt 2009, 12:57

Mike hat geschrieben:Berechnung:
Deine Berechnung beruht darauf, dass du eine Exklusive-Lizenz an diesem Bild erwirbst, dies ist jedoch die Ausnahme, toll wenn Getty alle ihre Bilder exklusiv verkaufen könnten ... dem ist aber nicht so ... du musst "nicht exklusiv" wählen und "Commercial-Use in Web and Mobile", dann kommst du auf 15 $ für 3 Monate. Dies entspricht auch der Verwendung für 99 % der Abgemahnten ... im Web und nicht exklusiv. Punkt.


Lieber Mike,

ich finde dieses Argument recht interessant (mein Erfahrungsbericht hier), will ich aber heute ein Bild lizenzieren so habe ich diese Auswahlmöglichkeit doch gar nicht mehr, "exklusive" oder "nicht exklusive" Nutzung scheint sich über den Verwendungszweck zu definieren.

In meinem Falle habe ich die Wahl zwischen "Gewerbliche Nutzung auf gewerblicher Website" (= fĂĽr mich 1060 €) oder "15 € - 170 Pixel, 3-monatige Nutzung, fĂĽr Web und mobile Geräte (ERNEUERBAR) (= fĂĽr mich 300 €)"

Existiert diese Option der Nutzungsart, die Du beschreibst, gar nicht mehr? Bzw. wo finde ich sie?

Das ist für mich der springende Punkt. Da (in meinem Falle) vier JAhre des Verstoßes bereits in der Vergangenheit liegen so müsste doch zur Schadensbemessung gemäß Lizenzanalogie auch das damalige Preisgefüge zugrunde gelegt werden, also die Lizenzierungsoptionen, welche damals bestanden haben.

Und die Waldörfler hingegen nehmen die derzeit teuerstmögliche Variante, nämlich diese "gewerbliche Nutzung auf gewerblicher Website".

Ich wĂĽsste nur zu gern, was es mit der von Dir beschriebenen Option genau auf sich hat bzw. ob diese noch besteht oder inwieweit sie frĂĽher bestanden hat und vielleicht zugrunde gelegt werden kann.

FĂĽr Eure Antwort schon jetzt vielen Dank
Richard
vonseydewitz
 
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Re: Wer hat den schon eine Klage vom Gericht erhalten!

Beitragvon Gast am Di 13. Okt 2009, 23:33

Hallo S. !
Gut gemacht ! :) Wir bräuchten laufend Berichte über den Stand der Dinge bzw. besondere Fälle die auch in die Medien kommen ... weiter so !!!
Gast
 

Re: Wer hat den schon eine Klage vom Gericht erhalten!

Beitragvon Gast am Di 13. Okt 2009, 23:43

zu dem artikel noch ... ein mail an Stern-TV ... leider eine Ablehnung, kein Interesse ... der text in fett drückt noch eine andere sorge aus, nämlich dass wir hier nur mit der spitze des eisbergs zu tun haben und andererseits wie man ein sinkendes schiff an der böre wieder hochpäppeln kann, wenn man eine datenbank hat die zig-millionen wert ist, wert an abmahnungen und "lizenz-verkäufen" die ansonsten NIE umgesetzt worden wären ...

Guten Tag !
Schon seit längerem (ca. 2008) läuft eine Abmahnwelle bezüglich "geklauter" Bilder die Leute auf ihren Homepages, Blogs, etc. haben. Tatsache ist, dass die Firma GettyImages.com berechtigterweise klagt einerseits, andererseits dies in einem Stil tut der unseriös ist und sich unzählige Menschen zuerst mit einem Brief konfrontiert sehen, der in X aufgegeben wurde, der Firmensitz in Y ist und ein Betrag von 1200 Euro bis 15000 Euro auf eine Bank in Dublin überwiesen werden soll, wenn man einem Verfahren aus dem Weg gehen will.
Der Durchschnitts-Mensch sieht sich hier einer Bedrohung ausgesetzt die für manche Verschuldung oder das Auflösen von "Reserven" bedeutet, denn es ist nicht eruierbar ob die Forderung gerechtfertigt ist. Wie viel ist ein Bild in geringer Auflösung mit Maßen von 180 x 100 Pixel Wert (wenn es ohne Lizenz veröffentlicht wird), wie wird die Dauer der Benutzung festgestellt und welche Gebühren sind tatsächlich möglich, denn Papier ist geduldig und fordern kann man was man will, erst das Gericht kann eine Entscheidung fällen.
So sind 1000e mit dem gleichen Problem konfrontiert und viele davon lassen sich einschüchtern und bezahlen diesen Betrag, manchmal mit einem geringen Abschlag. Nutznießer ist nur 1, GettyImages, denn der Fotograf erhält davon nichts. Da in diesem Bereich zu wenig Sorgfalt auf ordentlichen Umgang mit dem Besitz anderer der Normalfall ist (Internet), ist mit weiteren Abmahnungen und Trittbrettfahrern zu rechnen, zumal die Scouts die nach Bildern suchen dies sehr schnell und sehr effizient machen können und somit ein ganzes Archiv aufgebaut werden kann, das über Jahre hinaus abgearbeitet wird und einen enormen Schaden für die Gesellschaft darstellen kann, sofern die Rechtssprechung dies zulässt.
Wie soll eine Lösung aussehen, wenn man verhindern will, dass deutsche Bürger der Reihe nach mit Archivdaten abegzockt werden können ?! Ich hoffe diese Thema ist interessant.
Gast
 

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