Drei grundsätzliche Fragen zur Getty-Praxis

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Drei grundsätzliche Fragen zur Getty-Praxis

Beitragvon medcgn am Do 30. Apr 2009, 14:31

Hallo,
viele Themen wurden hier schon eingestellt und verschieden diskutiert, jedoch weiĂź man auch nach langem Durchlesen am Ende weniger als vorher.
Daher vielelicht anhand meines Falles drei grundsätzliche Fragen, die ich hier bisher nicht selber beantworten konnte. Vielleicht geht es Euch ebenfalls so.

Bei mir Mitte letzten Jahres Forderung von 1250,- Euro Forderung wegen illegaler Nutzung eines Getty-Bildes. Ob nun absichtlich oder, wie in meinem Fall, durch ein gekauftes Produkt von einem Softwarehaus, man ist wohl selber fĂĽr den Gebrauch verantwortlich, daher sehe ich ein, dass ich auch eine Strafe wegen der Verwendung zahlen muss.

Zunächst kamen die üblichen Drohungen und die Minderung der Kosten. Das Bild kostet für die 3-Monats-Nutzung (kleinste Aufklösung, wie von mir verwendet) 257,- Euro. Daher habe ich dies bezahlt, im nachhinein wohl eher dumm von mir, aber man will ja ehrlich sein.

1. Frage: Darf Getty Phantasiepreise für die Bildnutzung verlangen oder gibt es halbwegs verbindliche Vergleiche, wo Wucher anfängt. Insofern halte ich 257,- Euro für die Verwendung eines Briefmarkengroßen Bildes für zweifelhaft. Auf welcher Basis kann man da verhandeln?

Erst kam keine Reaktion, dann das üblich aus München. Die Unterlassungserklärung erkannten sie von mir nicht an, da ich nicht zugeben wollte das Bild verwendet zu haben, wie sie es natürlich wollten, sondern dies im Konjunktiv geschrieben habe "sofern es verwendet wurde". Ebenfalls sollte die Strafe von Getty festgelegt werden, allerdings von einem Gericht geprüft werden. Nach langem hin und her haben die es dann aber doch akzeptiert. Nun wollen sie jedoch die Nutzung für ein halbes Jahr (450,- Euro), da sie nicht von einer kurzen Nutzung ausgehen würden. Dann 100% Strafaufschlag (450,-), abzüglich der bereits bezahlten Gebühr.

2. Frage: Muss Getty einem die tatsächliche Nutzungsdauer nachweisen, oder können hypothetische Nutzungszeiten angenommen werden. Ich weiß nicht wie lange ich es genutzt habe, ist aber nur ein paar Wochen gewesen. Der Screenshot von Getty war im Juli 2008, die sagen aber, dass sie schon im Mai geprüft hätten. Wer muss hier den Beweis antreten? Notfalls der PRovider mit dem Upload-Protokoll per Gerichtsverfahren?

Tja, und drittens wurde der Streitwert pauschal auf 10000,- Euro festgelegt, was 600,- Euro Anwaltsgebühren bedeutet. Die ursprüngliche Forderung war 1250,- Euro, ds wäre doch wohl der maximale Rahmen, die vermutlich weitaus seriösere Einschätzung ist nun 900,- Euro als Streitwert.

3. Frage: Wie berechnet sich hier der Streitwert? Im Grunde doch wohl die erste Forderung, ggf. bei späteren höheren Forderungen kann dieser steigen. Kann ich also einfach mal eine Million fordern und dafür Anwaltsgebühren fordern? Würde auch für das Prozessrisiko bedeuten. Wenn ich 1000,- Euro zahle oder 1300,- wenn es vors Gericht geht, dann würde ich wegen den 300,- Euro gerne das Risiko eingehen vors Gericht zu gehen.

Hat jemand in dieser Hinsicht gute Ideen oder einen juristischen Hintergrund um hier auszuhelfen. Gerne auch links auf andere Threads.

Danke fĂĽr Eure Mithilfe.
medcgn
 
Beiträge: 1
Registriert: Do 30. Apr 2009, 14:09

Re: Drei grundsätzliche Fragen zur Getty-Praxis

Beitragvon Vernisage am Do 30. Apr 2009, 15:27

Rechtsberatung im Einzelfall ist grundsätzlich Sache des beauftragten Anwaltes.
Vernisage
 


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